Christoph berichtet über den Logo-Wettbewerb für den Mini-PC Rasperry Pi. Nette Geschichte, aber viel interessanter ist das Gerät an sich! Die Rasperry Pi Foundation entwickelt einen kleinen Computer, der nicht viel größer als ein USB-Stick sein wird und trotzdem alle nötigen Komponenten mitbringt:

  • 700MHz ARM11
  • 128MB or 256MB of SDRAM
  • OpenGL ES 2.0
  • 1080p30 H.264 high-profile decode
  • Composite and HDMI video output
  • USB 2.0
  • SD/MMC/SDIO memory card slot
  • General-purpose I/O
  • Optional integrated 2-port USB hub and 10/100 Ethernet controller
  • Open software (Ubuntu, Iceweasel, KOffice, Python)

Quelle: http://www.raspberrypi.org/?page_id=2

Die günstige Variante (“Model A”) kommt mit 128 MB RAM und einem USB 2.0-Port für nur 25$, also ca. 17-19€. Wie krass ist das bitte? Für nur 5-10$ mehr gibt es 256 MB RAM und zusätzlich noch LAN-Port (10/100) sowie einen zweiten USB 2.0-Anschluss (“Model B”). Als CPU kommt ein ARM11-Chip zum Einsatz, der auf 700 MHz getaktet ist. Das ist natürlich nicht allzu viel, reicht aber für den Betrieb eines kompletten Linux-Systems dicke aus. Besonders interessant scheint auch die GPU zu sein, die 1080p30 H.264-Videos (high profile) darstellen kann. Insgesamt soll das Gerät gerade mal 1 (ein!) W “at full load” verbrauchen. Ausgegeben wird das Videosignal über eine HDMI 1.3a-Schnittstelle. Für die Soundausgabe gibt es einen 3,5 mm Klinkenanschluss, eine externe Soundkarte ist also (zumindest für Stereosound) nicht nötig. Zusätzlich verfügt der Mini-Computer über einen I/O-Port, über den diverse Erweiterungen angeschlossen werden können. Die Entwickler haben testweise eine Kamera angeschlossen, andere Erweiterungskits von Rasperry Pi selbst und von Drittanwendern werden sicher folgen.

Ein Flashspeicher ist auf dem Gerät nicht verbaut, für den Betrieb ist daher noch eine SD(HC)-Karte nötig. 8 oder 16 GB (Class 10) scheinen mir da angebracht zu sein, im Endeffekt kostet das Speichermedium also wahrscheinlich sogar etwas mehr als der PC an sich.

Im Moment befindet sich das Projekt in der Alpha-Phase, die ersten Test-Boards wurden in Auftrag gegeben und werden von den Entwicklern noch in dieser Woche erwartet. Der Verkauf soll Ende 2011 starten.

Das Gerät bietet viele Einsatzmöglichkeiten: Die Stiftung gibt an, damit das Erlernen des Programmierens fördern zu wollen. Mit einem 700 MHz-Prozessor kann aber auch ein komplettes Mainstream-Betriebssystem wie Ubuntu oder Debian ausgeführt werden. Der Vergleich mit einem Desktop-PC für 700€ ist natürlich nicht möglich, aber sogar ältere Spiele sollen laufen, im Forum wird die Grafik-Performance mit Quake3-Level verglichen:

Highest, shiniest resolution and settings possible, and running at enormous speeeeeed. The multimedia performs really, really well (part of our mobile phone chip dividend; you’re basically looking at something that outperforms a Tegra 3 and doesn’t get hot).

Quelle: http://www.raspberrypi.org/?page_id=43&mingleforumaction=viewtopic&t=85

In Bezug auf Online-Inhalte planen die Entwickler, Flash 10 zu integrieren. Ob das klappt, wird sich noch zeigen. Muss aber imho auch nicht sein, viele Seiten bieten ja mittlerweile auch Streams ohne Flash an.

Ich werde mir wohl ca. zwei Geräte bestellen und plane folgende Einsatzmöglichkeiten:

  • NAS
  • Webserver
  • Mediaserver
  • Mediaplayer (Zugriff auf Mediendaten im Netzwerk und Internet-Streams) erstmal für Audio-Daten, je nach GPU-Performance und Netzwerkleistung (leider kein Gigabit) auch HD-Inhalte
  • low-power-PC für einfache Webdienste

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