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Den folgenden Text habe ich bereits vor einiger Zeit für die Kolpingjugend-Zeitschrift x-mag geschrieben, er wurde dann aber nicht veröffentlicht, weil der Redaktion bereits ein Bericht aus dem Verband vorlag. Trotzdem gibt es natürlich keinen Grund, Content zu verstecken, wir sind hier ja nicht bei der Gema ;)

Der Katholikentag Mannheim 2012 sucht noch viele Helferinnen und Helfer, die von 16. bis 20. Mai mit aufbrechen und anpacken! Die wichtigsten Infos gibt es auf der verlinkten Seite oder via E-Mail an helfen@katholikentag.de, per Telefon unter +49 621.76 440 123 oder auf der Facebook-Seite Helfen@Katholikentag. Brich auf! Pack an! Die Anmeldung läuft noch bis 15. März :)

Brich auf! Pack an! Helfen beim Katholikentag - Infos unter www.katholikentag.de/helfen

Bildrechte: Katholikentag

Ende Mai 2006: Früh morgens treffen wir uns am Lüdenscheider Bahnhof. Mit insgesamt sieben motivierten, aber noch nicht ganz wachen Helferinnen und Helfern machen wir uns auf den Weg nach Saarbrücken. Mit Ländertickets für NRW, Rheinland-Pfalz und das Saarland, Isomatte und Schlafsack und Dingen des täglichen Bedarfs ausgestattet geht es los. Stunden später kommen wir endlich in Saarbrücken an. Dort geht es direkt in die Helfereinsatzzentrale (HEZ), wo wir den Einsatzplan, unsere Ausweise und Essensmarken bekommen. Jetzt sind wir richtige Helferinnen und Helfer beim Katholikentag. Yeah! Man fühlt sich ganz schön wichtig mit so einem Ausweis. Rund um die HEZ haben zwar alle einen, viele sogar deutlich wichtigere als das einfache H für Helferinnen und Helfer. Aber trotzdem. Weiter geht es zu unserer Quartierschule. Das ist echt super am Helfereinsatz beim Katholikentag: Für uns ist alles kostenlos! Die Fahrtkosten werden im Nachhinein erstattet, der Ausweis ist kostenlos (eine „normale“ Dauerkarte kostet natürlich auch für Schülerinnen und Schüler etwas) und wir müssen uns nicht extra um eine Unterkunft bemühen und dafür zahlen. Sogar Essen gibt es für lau: Frühstück morgens in der Schule und Mittag- und Abendessen bzw. Lunchpakete in einer besonderen Messehalle. Der Katholikentag stellt alles, dafür helfen wir ja auch mit.
Nach der ersten Nacht auf dem Boden des Klassenzimmers stärken wir uns beim Frühstück in der Cafeteria der Schule, danach geht es mit dem Bus in Richtung Messehallen. Unser Auftrag laut Einsatzplan: „Ordnerdienste, Schichteinteilung und Aufgabenverteilung durch Hallenleiter“ Darunter können wir uns noch nicht wirklich viel vorstellen, aber dieser ominöse Hallenleiter wird uns ja wohl sagen, was zu tun ist. „Der Hallenleiter“ ist nicht alleine, wir haben sogar gleich zwei: Kurt und Jan begrüßen uns und eine zweite Gruppe in „ihrer“ und „unserer“ Halle. In Schichten werden wir alles tun, was da so anfällt. Am Anfang bauen alle zusammen  hunderte Papphocker auf. Typisch Katholikentag: Das Publikum sitzt normalerweise nicht auf Stühlen oder steht vor der Bühne, sondern sitzt auf Papphockern. Die sind viel besser zu transportieren und werden nach dem Katholikentag günstig verkauft. Man kann sich einen als Souvenir mitnehmen, einige Firmen, Gemeinden, Organisationen etc. kaufen aber auch direkt palettenweise, um günstige Sitzmöglichkeiten zu haben, die zurückgefaltet auch nicht viel Platz wegnehmen.
Nachdem alle Papphocker stehen, haben wir erstmal Pause. Die erste Schicht wird von der anderen Gruppe übernommen. Im Laufe des Katholikentags werden wir die Papphocker vor den einzelnen Veranstaltungen wieder in Ordnung bringen, Tische und Stühle auf der Bühne nach Bedarf aufstellen, Notizpapier und Getränke bereitstellen und die Bühne „bewachen“, also einfach aufpassen, dass niemand drauf geht, der da nichts zu suchen hat. Außerdem prüfen wir am Eingang die Ausweise der Besuchermassen, die in unsere Halle strömen. Wir dürfen nur Teilnehmende reinlassen, die eine Karte gekauft haben. Die entsprechenden Ausweise haben Kurt und Jan uns vorher gezeigt. Neben Dauer- und Tageskarten gibt es jede Menge anderer Ausweise: Helferinnen und Helfer wie wir, Mitwirkende, diverse Ausweise aus dem Orga-Bereich. Die meisten Gäste haben ihren Ausweis gut sichtbar am Hals hängen, dafür gibt es extra ein Band. Alle anderen müssen wir fragen und notfalls zu den Kassen schicken, damit sie sich eine Tageskarte kaufen. Wenn zu viele Leute die Veranstaltung besuchen möchten, sperren Kurt und Jan die Halle, sobald alle Hocker besetzt sind. Zusätzliche Stehplätze gibt es keine. Dann machen wir die Tür zu und jemand von uns stellt sich mit einem „Halle überfüllt“-Schild nach draußen. Während die Veranstaltungen laufen, werden die Türen auch geschlossen, damit der Lärm von draußen nicht zu sehr stört. Wir sitzen dann an den Türen und sorgen dafür, dass keine neuen Gäste reinkommen, falls die Halle voll ist und dass die Türen leise und schnell wieder geschlossen werden, um die Veranstaltung nicht zu stören. Nach der Veranstaltung geht es wieder von vorne los…
In unserer Freizeit haben wir die Möglichkeit, andere Veranstaltungen zu besuchen. Es gibt Podiumsdiskussionen, Konzerte, Ausstellungen, Filmvorführungen, Theateraufführungen, Präsentationen und noch viel mehr: Insgesamt mehr als 1000 einzelne Veranstaltungen!
Nach der letzten Veranstaltung am Samstag steht dann der Abbau an. Alle Papphocker müssen auseinander gebaut werden, die Halle wird gekehrt, Tische und Stühle von der Bühne getragen und so zusammengestellt, dass die Fahrbereitschaft sie später gut abholen kann.
Am Sonntag gibt es ganz früh Frühstück, bevor wir mit Extra-Bussen zum Abschlussgottesdienst im Stadion gefahren werden. Da sind wir nicht eingesetzt, sodass wir den Gottesdienst voll und ganz als Teilnehmerinnen und Teilnehmer genießen können – natürlich war aber auch in den Tagen zuvor genug Zeit, um Veranstaltungen außerhalb unserer Halle zu besuchen, über die Kirchenmeine zu schlendern oder in der Katholikentagsbuchhandlung vorbei zu schauen.
Am späteren Mittag sitzen wir wieder im Zug nach Hause – müde, aber sehr zufrieden mit dem Verlauf des Katholikentags. Zusätzlich zu unserem Gepäck haben wir ganz viele schöne Erinnerungen und neue Bekanntschaften mitgenommen. Wir überlegen, uns im nächsten Jahr zum Evangelischen Kirchentag in Köln wieder als Helfergruppe anzumelden.