Netzneutralität

Author: Jonas

Über eine Twitter-Meldung der grünen LAG Demokratie und Recht bin ich auf das Thema Netzneutralität aufmerksam geworden. In diesem Tweet wird ein Artikel der Zeit verlinkt, der sich mit dem Thema beschäftigt.

Was ist Netzneutralität überhaupt?

Netzneutralität – mal wieder ein Begriff, der nicht direkt erklärt, worum es geht. Ist etwa die neutrale Berichterstattung im Internet gemeint? Nein. Nach einem kleinen Exkurs werde ich darstellen, was damit gemeint ist. Besonders neugierige Leser dürfen natürlich gerne nach unten scrollen oder den Wikipedia-Artikel lesen.

Ein kleiner Exkurs in die Geschichte des Internets

Wie oben schon steht, handelt es sich dabei um den momentanen Zustand (der im Übrigen seit dem Beginn des Internets besteht). Damals gab es im Internet einige statische HTML-Seiten, hin und wieder statische Grafiken und noch seltener mehr oder weniger umfangreiche JavaScript-„Programme“. Diese Daten wurden über die Telefonleitung übertragen, für die meisten Seiten reichte das auch aus. Beim Laden von mehreren Grafiken musste man halt etwas warten, bis alles übertragen war. Es folgten „schnellere“ Modem-Verbindungen und die Möglichkeit, via ISDN ins Internet zu gehen. Das war zu dieser Zeit wahnsinnig schnell 😉 Irgendwann gab es dann auch DSL, heute gibt es da verschiedene Anschlussarten mit bis zu 16 MBit/s. Statische Webseiten – dazu gehören hier auch solche, die zwar im Prinzip dynamisch sind, aber als statische Seite an den Browser ausgeliefert werden – sind damit in Bruchteilen einer Sekunde übertragen. Aber im ach so tollen Web 2.0 gibt es ja schließlich auch noch andere Daten als reine Texte. Durch die Verwendung von z.B. Fotogalerien auf Webseiten oder speziellen Foto-Seiten wie Flickr, Radio-Streams, Videoportalen wie Youtube und E-Mails mit großen Anhängen fallen deutlich höhere Datenmengen an, die übertragen werden müssen. Im altbewähten Internet zu Hause mag das ja mit den neuen Anschlüssen kein Problem sein, aber in der letzten Zeit steigt die Nutzung des „mobilen Internets“ ja gewaltig. Zu Beginn erfolgte das via WAP, da ging auch nicht viel mehr als Textseiten mit ein paar extra für die mobile Darstellung optimierten Grafiken. Mittlerweile lässt sich aber das gesamte Internet mobil abrufen (wenn man mal von Apples Flash-Nichtsupport z.B. mal absieht) und Streamingdienste auf mobile Endgeräte nehmen zu.

Schön, aber was hat das mit Neutralität zu tun bzw. warum wird das extra erwähnt?

Angeblich sind die Leitungen mittlerweile so voll, dass vor allem im mobilen Bereich nicht mehr genug Bandbreite bereitgestellt werden kann, um alle Daten in ausreichender Geschwindigkeit empfangen zu können. Es gibt mittlerweile Technologien wie DPI, die die Datenpakete überprüfen und filtern kann. Dadurch ist es technisch möglich, bestimmte Pakete zu bevorzugen, damit beispielsweise Videostreams schneller empfangen werden können. Dadurch werden aber natürlich andere Pakete benachteiligt oder können im Extremfall sogar vom ISP zensiert werden. Gegen Gebühren könnten Anbieter von diversen Diensten ihren Daten eine höhere Priorität zuweisen lassen oder möglicherweise auch verschiedene Tarife für Endnutzer eingerichtet werden, die sich auf bestimmte Pakete beschränken bzw. diese schneller empfangen können. Die Initiative Pro Netzneutralität setzt sich dafür ein, die Netzneutralität zu erhalten und dafür zu sorgen, dass alle Datenpakete im Internet weiterhin gleich behandelt werden.

Logo der Initiative Pro Netzneutralität; Lizenz: gemeinfrei

Ich finde das wichtig und habe daher die Erklärung der Initiative unterzeichnet (#9981). Wenn ihr das ähnlich seht, würde ich mich freuen, wenn ihr auch unterzeichnet oder euch zumindest kritisch mit dem Thema auseinandersetzt.

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